Elektro- oder Benzin-Außenborder: der ehrliche Vergleich

Der Elektromotor hat nicht auf allen Feldern gewonnen, und der Benziner hat nicht das letzte Wort gesprochen. Es entscheidet weder Preis noch Ökologie, sondern Ihr Fahrprofil.

Sagen wir es gleich: der Elektro-Außenborder hat nicht auf allen Feldern gewonnen, und der Benziner hat nicht das letzte Wort gesprochen. Jeder ist irgendwo besser, und das entscheidende Kriterium ist weder der Preis noch die Ökologie — es ist Ihr Fahrprofil.

Dieser Vergleich sagt, was jeder besser kann, was er über fünf Jahre wirklich kostet, und für wen er passt.

Was Elektro besser kann

  • Die Stille. Das erste Argument, und dasjenige, das kein Datenblatt vermittelt. Keine Vibration in der Pinne, kein Kreischen eines Zweitakters, kein Geruch. Man versteht einander an Bord.
  • Das sofortige Drehmoment. Ein Elektromotor gibt seine Kraft bei null Umdrehungen. Hafenmanöver werden weicher und präziser, ohne die Verzögerung eines Verbrenners.
  • Die Wartung. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, kein Kraftstofffilter, kein Vergaser, den man im Frühjahr zerlegt. Süßwasser spülen und die Batterie im Blick behalten genügt.
  • Der Start. Nichts zu pumpen, nichts zu ziehen, nichts, das nach drei Wochen Standzeit den Dienst verweigert.
  • Schutzgebiete. Immer mehr Ankerplätze, Reservate und Seen verbieten Verbrenner. Elektro darf hinein.
  • Der Kraftstoff, den man nicht mehr kauft. Eine Ladung kostet einige zehn Cent, wo eine Tankfüllung mehrere Euro kostet.

Was der Benziner immer noch besser kann

Das zu verschweigen wäre unehrlich, und Sie würden es ohnehin merken.

  • Reichweite bei hoher Fahrt. Das ist der harte Punkt. Um schnell und lange zu fahren, schlägt ein Tank noch immer eine Batterie — Kraftstoff trägt weit mehr Energie pro Kilo.
  • Das Nachtanken. Eine Tankstelle dauert fünf Minuten, eine Ladung Stunden. Auf einem langen Küstenschlag ändert das die Routenplanung.
  • Der Anschaffungspreis. Bei vergleichbarer Leistung kostet Elektro in der Anschaffung mehr. Es holt im Betrieb auf, nicht im Laden.
  • Das Servicenetz. Einen Mechaniker für einen Benzin-Außenborder findet man in jedem Hafen der Welt. Das Elektro-Netz entsteht gerade erst.

Die Tabelle, die entscheidet

ElektroBenzin
GeräuschNahezu lautlos70 bis 90 dB
Emissionen an BordKeineAbgase und Dämpfe
Jährliche WartungSpülen und BatteriekontrolleÖl, Kerzen, Filter
Drehmoment bei niedriger DrehzahlMaximal ab 0 U/minProgressiv
Reichweite bei langsamer FahrtAusgezeichnetGut
Reichweite bei schneller FahrtBegrenztAusgezeichnet
Nachladen / TankenStunden (Steckdose am Steg)Minuten (Tankstelle)
AnschaffungspreisHöherNiedriger
BetriebskostenSehr geringHoch
SchutzgebieteErlaubtOft verboten
Vergleich bei gleichwertiger Leistung, Freizeitgebrauch.

Die eigentliche Rechnung: Kosten über fünf Jahre

Preisschilder zu vergleichen ergibt keinen Sinn. Was zählt, sind die Gesamtkosten über die Haltedauer: Anschaffung, Kraftstoff oder Strom, Wartung, Winterlager und Wiederverkaufswert.

Der Benziner startet bei der Anschaffung vorn und verliert jede Saison Boden: Kraftstoff, die jährliche Inspektion, Verschleißteile, Winterlager. Elektro startet hinten und holt im ersten Jahr nichts auf — und zieht danach umso schneller davon, je öfter Sie fahren.

Die einfache Regel: je öfter Sie hinausfahren, desto schneller wird Elektro die günstigere Wahl. Ein Boot, das drei Wochenenden im Jahr läuft, holt die Differenz nie herein; ein Beiboot, das die ganze Saison täglich läuft, schon.

Welcher Motor für welchen Einsatz?

Beiboot einer Segelyacht, Wege vom Ankerplatz

Elektro, ohne zu zögern. Hier gewinnt er in allen Punkten: kurze Wege, niedrige Geschwindigkeiten, häufige Manöver, Laden am Boot, und eine Stille, die um sechs Uhr morgens besonders zählt. Der Momentum U2 mit 2,5 kW deckt dieses Profil ab.

Schlauchboot, Yachttender, Arbeitsboot

Elektro hält mit — vorausgesetzt, man akzeptiert es, die Fahrstufe zu wählen. Der Momentum M10 mit 10 kW ersetzt einen Verbrenner mit 15 bis 20 PS und schafft 25 sm bei 5,6 Knoten oder 15 sm bei fast 12 Knoten. Für Übersetzen und Transfers ist das mehr als genug.

Segelyacht, Hafen- und Hilfsantrieb

Elektro ist die richtige Wahl. Man fährt definitionsgemäß langsam, und genau dort wird die Reichweite sehr lang: 152 sm bei 2,2 Knoten mit dem M10.

Hochseeangeln, lange schnelle Überfahrten

Der Benziner behält heute den Vorteil. Hundert Meilen bei zwanzig Knoten verlangen eine Energiemenge, die noch keine vernünftige Batterie mitführt. Das sagt man besser deutlich.

Elektro-Außenborder Momentum in Fahrt an einem Schlauchboot, beleuchtetes Display und Kielwasser achtern
Der Elektromotor bei der Arbeit: sofortiges Drehmoment, Bordanzeige — und die Stille obendrein.

Häufige Fragen

Ist ein Elektromotor stark genug für mein Boot?

Der nützliche Vergleich sind nicht PS, sondern Schub. Ein U2 mit 2,5 kW entspricht einem Verbrenner mit 3 bis 5 PS, ein M10 mit 10 kW einem 15-20-PS-Motor. Bei gleicher Leistung liefert Elektro sein Drehmoment früher, was ihn im Antritt oft lebendiger macht.

Was passiert, wenn die Batterie ins Wasser fällt?

Marine-Batterien sind dicht und für Salzwasser gebaut. Das ersetzt nicht das Spülen mit Süßwasser, wie beim übrigen Motor auch.

Kann man an Bord über ein Solarmodul laden?

Ja, und auf einer Segelyacht ist es sogar eine natürliche Kombination: Solar baut die Ladung tagsüber vor Anker wieder auf. Wie schnell, hängt von der installierten Fläche ab.

Und der Wiederverkauf?

Der Gebrauchtmarkt für Elektro ist jung und damit schwerer einzuschätzen als beim Verbrenner. Dafür hat ein Elektromotor weit weniger Verschleißteile, und sein Zustand hängt vor allem an der Batterie.

Kurz gefasst

Wenn Sie langsam, oft und über vernünftige Distanzen fahren, ist Elektro heute schon besser — nicht nur sauberer. Wenn Ihr Profil Geschwindigkeit über lange Strecken ist, bleibt der Benziner das richtige Werkzeug, und es ist keine Schande, das zu sagen.

Am besten entscheidet man an der Pinne. Finden Sie einen Momentum-Händler für eine Probefahrt, oder stellen Sie uns Ihre Frage mit Boot und Fahrprofil: die Antwort ist nützlicher als jeder Vergleich.

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