Reichweite eines Elektro-Außenborders: die realen Zahlen, Geschwindigkeit für Geschwindigkeit

Die Reichweite eines Elektro-Außenborders ist keine Zahl, sondern eine Kurve. Bei 3 Knoten fährt man einen ganzen Tag, bei 8 Knoten dreiviertel Stunden — mit derselben Batterie.

Die Reichweite eines Elektro-Außenborders ist keine Zahl, sie ist eine Kurve. Mit derselben Batterie hält ein Momentum U2 9 Std. 42 bei 3 Knoten und 45 Minuten bei 8 Knoten durch. Das ist keine Nuance, das ist der Faktor dreizehn. Wer versteht, warum, hat das Wesentliche am elektrischen Fahren verstanden.

Dieser Beitrag nennt die gemessenen Reichweiten beider Momentum-Motoren, Fahrstufe für Fahrstufe, und danach die fünf Faktoren, die sie auf dem Wasser verschieben.

Wie sich die Reichweite eines Elektromotors berechnet

Die Grundrechnung ist eine Division: die Batteriekapazität in Kilowattstunden, geteilt durch die tatsächlich abgerufene Leistung in Kilowatt.

Eine Batterie mit 1,4 kWh, die einen Motor mit 1,4 kW Verbrauch speist, hält also eine Stunde. Derselbe Motor auf 0,15 kW zurückgenommen — Manövriertempo — hält über neun Stunden.

Und genau hier liegt die Schwierigkeit: die abgerufene Leistung wächst nicht mit der Geschwindigkeit, sie explodiert mit ihr. Der Wasserwiderstand steigt etwa mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, die nötige Leistung mit deren dritter Potenz. Doppelte Geschwindigkeit verdoppelt nicht den Verbrauch: sie verachtfacht ihn ungefähr.

Das ist der grundlegende Unterschied zum Verbrenner, der im Leerlauf fast so viel verbraucht wie in Fahrt. Elektrisch gilt: Gas wegnehmen spart nicht ein paar Prozent, es verändert die Größenordnung des Törns.

Momentum U2 (2,5 kW): die gemessenen Reichweiten

Werte aufgenommen mit einer voll geladenen MB-2-Batterie (1,4 kWh) auf einem normal beladenen Beiboot.

GeschwindigkeitReichweiteZurückgelegte Strecke
3 Knoten (5,6 km/h)9 Std. 4229 sm — 54 km
4 Knoten (7,4 km/h)3 Std. 0012 sm — 22 km
5 Knoten (9,3 km/h)1 Std. 368 sm — 15 km
8 Knoten (14,8 km/h)45 Min.6 sm — 11 km
Momentum U2, Batterie MB-2 (1,4 kWh) voll geladen.

Die Tabelle liest man diagonal: von 3 auf 4 Knoten kostet zwei Drittel der Reichweite. Für einen Ausflug vom Ankerplatz, eine Fahrt an den Strand, ein Übersetzen zum Steg reichen 3 Knoten bei Weitem — und sie geben einen ganzen Tag.

Integriertes Display des Momentum U2 mit Geschwindigkeit und verbleibender Reichweite während der Fahrt
Am U2 wird die verbleibende Reichweite laufend angezeigt: man sieht die Kurve in Echtzeit arbeiten.

Momentum M10 (10 kW): die gemessenen Reichweiten

Der M10 ist ein 10-kW-Motor, das Äquivalent eines Verbrenners mit 15 bis 20 PS. Er wird an Schlauchbooten, Tendern und Segelyachten gefahren, mit einer deutlich größeren Batterie.

GeschwindigkeitReichweiteZurückgelegte Strecke
2,2 Knoten (4,1 km/h)68 Std. 40152 sm — 282 km
3,2 Knoten (5,9 km/h)17 Std. 3055 sm — 102 km
5,6 Knoten (10,3 km/h)4 Std. 3625 sm — 47 km
11,9 Knoten (22 km/h)1 Std. 1815 sm — 29 km
16,2 Knoten (30 km/h)45 Min.12 sm — 23 km
Momentum M10, Batterie voll geladen.

Die erste Zeile verdient eine Pause: 68 Stunden und 152 Seemeilen bei 2,2 Knoten. Das ist das Tempo einer Segelyacht, die bei Flaute unter Motor heimfährt, oder eines Arbeitsboots entlang der Küste. Bei dieser Fahrt hört die Reichweite auf, eine Beschränkung zu sein.

Am anderen Ende: 16 Knoten für 45 Minuten. Kurz, sicher — aber es ist auch die Geschwindigkeit, die niemand drei Stunden lang fährt.

Die fünf Faktoren, die die reale Reichweite verändern

Die obigen Zahlen sind Messungen, keine Versprechen. Auf dem Wasser verschieben sie fünf Dinge:

  • Die Fahrstufe. Mit Abstand der erste Faktor, und der einzige, den Sie sekundengenau steuern. Ein Knoten weniger kann den Törn verdoppeln.
  • Der Rumpf. Ein gleitendes Schlauchboot, ein flachbodiges Beiboot und eine schlanke Segelyacht verlangen für dieselbe Geschwindigkeit nicht dieselbe Leistung.
  • Die Zuladung. Zwei Personen mehr bedeuten mehr Widerstand — besonders auf einem kleinen Beiboot, wo jedes Kilo an Bord verhältnismäßig stark wiegt.
  • Wind und Kabbelwasser. Gegen 15 Knoten Wind und Strom anzufahren kann die Reichweite halbieren. Es ist der Faktor, den man beim Ablegen vergisst und auf dem Rückweg ausbadet.
  • Die Batterietemperatur. Eine kalte Lithium-Batterie gibt weniger ab. Zu Saisonbeginn rechnen Sie etwas unter der Tabelle.

Die gute Gewohnheit ist die seemännische: den Rückweg vor dem Ablegen rechnen, mindestens die halbe Ladung in Reserve, und etwas mehr, wenn der Wind auffrischen soll.

Wie man Reichweite gewinnt

Die Fahrstufe wählen — der kostenlose Hebel

Die einzige Einstellung, die nichts kostet und alles verändert. Ein Elektromotor belohnt Langsamkeit so, wie es kein Verbrenner tut.

Eine zweite Batterie mitnehmen

Am U2 wird die MB-2 in Sekunden ausgeklinkt und getauscht, ohne Werkzeug. Acht Kilo und ein Griff: Sie tragen sie an Land zur Steckdose. Eine zweite Batterie verdoppelt die Reichweite, ohne am Boot etwas zu ändern, und lädt, während die andere arbeitet.

Herausnehmbare Momentum-MB-2-Batterie auf einem Steg, Tragegriff sichtbar
Die MB-2 klinkt sich ohne Werkzeug aus: eine zweite Batterie verdoppelt den Törn.

Propeller und Schaftlänge anpassen

Ein Propeller, der belüftet, weil der Schaft zu kurz ist, oder der schleppt, weil er zu lang ist, verschwendet dauerhaft Leistung. Den M10 gibt es in drei Schaftlängen (39, 52 und 64 cm), den U2 in zwei — genau damit der Propeller dort arbeitet, wo er soll.

Bei jedem Stopp laden

Der stille Vorteil des Elektrischen: Geladen wird, während Sie etwas anderes tun. Eine Steckdose am Steg über Mittag, und der Nachmittag startet mit frischer Batterie.

Elektro-Außenborder Momentum M10 im Profil, Vierblattpropeller und langer Schaft
Der M10, 10 kW, mit langem Schaft: das Äquivalent eines 15-20-PS-Verbrenners.

Häufige Fragen

Welche Reichweite brauche ich für einen Tag auf dem Wasser?

Im Spaziertempo — etwa 3 Knoten — hält ein U2 mit einer MB-2 knapp zehn Stunden: ein voller Tag mit Ankern und Übersetzen. Für schnellere oder längere Programme lohnt der Blick auf den M10 und seine größere Batterie.

Kann man auf See ohne Batterie liegen bleiben?

Das Display zeigt die verbleibende Reichweite laufend an, in Stunden und Seemeilen, neu berechnet auf die aktuelle Fahrt. Leerfahren ist damit weit besser vorhersehbar als ein leerer Tank: Sie sehen es Stunden vorher kommen, und Langsamerfahren schiebt es weiter hinaus.

Wie lange dauert das Laden?

Das hängt von Batterie und Ladegerät ab. Die brauchbare Größenordnung: eine Nacht am Steg reicht in jedem Fall, und ein Mittagsstopp bringt einen spürbaren Teil der Ladung zurück.

Nimmt die Reichweite über die Jahre ab?

Wie bei jeder Lithium-Batterie ja — langsam und proportional zur Zahl der Zyklen. Die schonenden Gewohnheiten sind einfach: sie nicht monatelang leer stehen lassen, außerhalb der Saison teilgeladen lagern, und nie gefroren laden.

Kurz gefasst

Die Reichweite eines Elektromotors liest man nicht auf einem Datenblatt ab: sie wird am Gasgriff entschieden. Ein Knoten weniger kann aus einer Stunde einen ganzen Tag machen. Es ist eine andere Art zu fahren — und für viele näher an dem, was sie ursprünglich gesucht haben.

Um diese Zahlen an Ihrem Boot und Ihrem Programm zu prüfen, hilft nichts so sehr wie eine Probefahrt: finden Sie einen Momentum-Händler in Ihrer Nähe, oder schreiben Sie uns.

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